Maria, Argentinien und die Sache mit den Weißwürsten am 02.12.2016 um 20:15Uhr auf ARD

Christine Neubauer (Maria) und Valentino Fortuzzi (Caspar) © Degeto / Repro

Christine Neubauer (Maria) und Carlos Lobo (Diego) © Degeto / Juan Angel Urruzola

Maria (Christine Neubauer), die bayerische Grantlerin, sagt, was sie denkt, und macht keine Kompromisse. Bei nichts, am wenigsten bei ihrer grenzenlosen Passion: der Herstellung preisgekrönter Weißwürste. Als sich ihr Bruder Kristian (Max Schmidt) ein Bein bricht, muss sie für ihn nach Buenos Aires, um das zu tun, was sie am wenigsten kann: Menschen für sich einnehmen, um mit der traditionellen Spezialität den dortigen Markt zu erobern. Mit ihrem pubertierenden Neffen Caspar (Valentino Fortuzzi) im Schlepptau, wagt sie widerwillig den Sprung in die Fremde. Doch die blasse, gekochte Wurst stößt bei den Argentiniern auf wenig Gegenliebe. Deren Versuche, daraus Grillfleisch mit Ketchup zu machen und sie zu zerstückeln, sind für Ruth ein persönlicher Affront. Wer keinen Respekt vor der Weißwurst hat, hat sie auch nicht verdient. Aber Ruth hat keine Wahl und muss lernen, dass Kompromisse das Leben nicht ruinieren, sondern bereichern.

Dazu der TV-Journalist Tilmann P. Gangloff (tittelbach.tv): „[…]Christine Neubauer, gelingt es mühelos, (die) alte und neue Degeto-Philosophie miteinander zu versöhnen. Es sind nicht zuletzt kleine handwerkliche Details, die dafür sorgen, dass Maria keine ihrer sonstigen penetranten Powerfrauen ist: Die Stimme ist ein bisschen kehlig, der Dialekt markant. Das sparsame Make-up sorgt dafür, dass die Frau betont unglamourös und älter wirkt, als sie ist. Und wo Neubauer früher gern zur dramatischen Überbetonung neigte, genügt ihr nun ein kurzes Zucken der rechten Augenbraue. Den Rest besorgen Marias Kleidung und die herzhaften Flüche, die allerdings niemand versteht, weil die Argentinier spanisch sprechen dürfen; auch das ist ein Unterschied zu früheren Freitagsfilmen. Ein weiterer ist die Musik: Birger Clausen signalisiert von Anfang an, dass das Thema Heimat zwar eine Rolle spielt, aber nicht im Sinn des klassischen Heimatfilms. Die an die ironischen Kompositionen von Hans-Jürgen Buchner (alias Haindling) erinnernden Bläser begleiten Maria nach Argentinien, rücken dort aber immer mehr in den Hintergrund, je mehr sich die Frau von ihren Wurzeln löst. Gegen Ende erzählt sie Diego, sie sei irgendwann in ihrem Leben falsch abgebogen; nun geht sie endlich ihren eigenen Weg.“

Die ARD Degeto Culture-Clash-Komödie „Maria, Argentinien und die Sache mit den Weißwürsten“ wird am Freitagabend den 02.12.2016 um 20:15Uhr bei ARD ausgestrahlt.